Uliano Lucas

Un anno di confine

von Torsten Neuendorff  

1968 ist den italienischen Studenten die Verbindung zu den Arbeitern geglückt - anders als in Deutschland. Mailand ist die größte Industriestadt Italiens, die Arbeiter haben gestreikt. Als freier Pressefotograf hat Lucas sein Leben in Mailand verbracht, kennt die Stadt vom Nachkrieg bis heute. In den siebziger Jahren suchte Italien länger politische Verbündete für die Idee des Euro-Kommunismus als die anderen Länder. Weder sowjetsozialistisch noch sozialdemokratisch, aber trotzdem links sollte die Politik sein. Jeder zehnte italienische Student lernt in Mailand. Aber auch Mussolini und Berlusconi starteteten ihren politischen Mehrheiten in der Stadt. Lucas Fotos lassen sich in Kapitel zu  Protestbewegungen  ordnen wie 'eine neue Generation', 'Psychiatriereform' 'Wandel Italiens'. (tn)  Eintritt frei  Italienisches Kulturinstitut  bis  21. Dezember

'Bella Ciao'  ist (wie  Avanti popolo) eines der bekanntesten italienischen Lieder und derzeit als  remix  im Radio-Airplay, immerhin ein Partisanenlied

 

 

 

 
Filmabende in der Ausstellung  La meglio gioventù
Di.  23. 10. erster Teil  19h
Mi.  24. 10. zweiter Teil 19h

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

La meglio gioventù – Regisseur Giordana übernimmt den Filmtitel von einer friaulischen Gedichtsammlung Pierpaolo Pasolinis; auch ein altes Lied der italienischen Gebirgsjäger, der Alpini, trägt diesen Titel. Giordana erzählt am Beispiel einer italienischen Familie die Geschichte Italiens seit den 60er Jahren. Der vielfach prämierte Film vermittelt entscheidende Momente dieser Jahrzehnte. Giordana will die historischen Ereignisse nicht erklären, sondern beschreibt mittels der Filmprotagonisten, was vorfällt.
Im Vordergrund steht die Lebensgeschichte zweier Brüder einer römischen Familie. Nicola und Matteo sind seit dem Kindesalter unzertrennlich. Alles ändert sich, als sich Matteo in Giorgia verliebt, ein problematisches Mädchen, das in einer psychiatrischen Anstalt lebt. Von diesem Moment an werden eine Reihe von Ereignissen ausgelöst, die dazu führen, dass die beiden Brüder mit entscheidenden Vorfällen der italienischen Geschichte konfrontiert werden (die Studentenproteste der 68er Jahre; die Terrorjahre). Auf die Herausforderungen der Wirklichkeit reagieren sie auf unterschiedliche, entgegengesetzte Weise. Der Film erzählt das Leben einer Generation mit all ihren Gegensätzlichkeiten, die sich – mal mit naiven, mal mit gewaltsamen Zornausbrüchen, mal großmäulig und mal misstönig – nicht der Welt einfach hingeben will, so wie sie ist, sondern sie etwas besser zurücklassen will, als sie sie vorgefunden hat.
„Ein mehr als sechsstündiges Epos, das vierzig Jahre italienischer Geschichte in Form einer Familienchronik nachzeichnet - das klingt nicht gerade nach einem Publikumsrenner. Und doch hat sich La meglio gioventu (Die besten Jahre) mit Beharrlichkeit zu einem Kultfilm entwickelt, einem Schlüsselwerk mit Fangemeinde, Mammutvorführungen in Programmkinos und einer Sturzflut von Preisen – völlig außergewöhnlich für eine Fernsehproduktion...“  (Dirk Schümer, FAZ)
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotos: sit in © Uliano Lucas, Filmstills La meglio gioventù

 

 

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