Franz Graf von Larisch-Moennich

der Meeresfotograf - Stürmische See und Brandung

von Torsten Neuendorff  
Während sich eine Straße nur sehr selten beim Befahren ändert, verhält sich die See ganz anders. Wo ein Wellental und wo ein Wellenkam hin wollen, muss beobachtet werden. Ein vertrautes Bild ist aber falsch: eigentlich ist das Wasser still, nur die Energie wandert hindurch - ähnlich wie die Kraft der Elektrizität, wo sich Elektronen dahin bewegen, wo ihre Anzahl geringer ist. Der Unterschied zwischen 'spiegelglatter See' und 'aufgewühltem Meer' ist gewaltig. Fliehkräfte, Temperatur, Salzgehalt, der Wind, Wirbel, Tiefe - derselbe Ozean wird zu einer Landschaft. 'Kaventsmann', 'drei Schwestern', 'weiße Wand' solche mythischen Beschreibungen der Seemänner wurden erst durch Satelliten sichtbar, bewiesen und berechnet, sie waren kein Seemannsgarn, wie man lange geglaubt hatte.
Weil die deutsche Monarchie einen Seekrieg vorbereitete, sollte vor einhundert Jahren auch in Berlin mehr Wissen über das Meer in die Bevölkerung getragen werden. Das 'Institut und Museum für Meereskunde' war beliebt. Dort waren Larischs Fotos verwahrt und gezeigt worden. Denn es gibt auch ein Glücksgefühl beim Betrachten des Meeres. Die vom Meer umgebenen Franzosen singen davon, wie das Meer den Menschen beruhigend wiegt bis an's Ende der Tage. Die Engländer haben das sprachliche Bild der 'seven seas', also können die Weite der Welt durch die Meere begreifen.
Der Fotograf Franz Graf von Larisch-Mönnich ist für seine Fotos zum legendäre Kap Horn gesegelt und hat eine Station an der Küste von Cornwall installiert. Aus Liebe zum Meer ist er ein guter Seemann geworden. (tn)  Beamtenhaus  2. OG  Technikmuseum  bis  31. März

 

mit dem Buch  Sturmsee und Brandung  hat sich Franz Graf von Larisch-Mönnich ein wissenschaftliches Denkmal gesetzt

die Fotos sind auch einzeln veröffentlicht wie eine  Blattmappe

 
 
 
die Macht des Meeres fand übrigens schon vor 5000 Jahren ihren Niederschlag im 107. biblischen Psalm:
 
Sie, die mit Schiffen das Meer befuhren, Handel trieben auf den großen Wassern,
die dort schauten die Werke des Herrn, seine Wundertaten in der Tiefe.
Er sprach und ließ den Sturmwind aufstehn, der hoch die Wogen türmte, sie stiegen empor zum Himmel, in die Urtiefen sanken sie hinab, sodass ihre Seele vor Not verzagte,
sie wankten und schwankten wie Betrunkene, verschlungen war all ihre Weisheit.
Sie schrien zum Herrn in ihrer Bedrängnis und er führte sie heraus aus ihren Nöten,
er machte aus dem Sturm ein Säuseln und es schwiegen die Wogen des Meeres.
Sie freuten sich, dass die Wogen sich legten, und er führte sie zum ersehnten Hafen.
C'est pas l'homme qui prend la mer, C'est la mer qui prend l'homme
Anfang von 'Des, que le vent soufflera' Lied von Renaud Séchan

 

 

 

 

Foto: Küste von Cornwall, das Wasser scheint zu explodieren © Franz Graf von Larisch-Mönnich

Zurück